Josef Schiffmann

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1900    † 1942

 

Lebenslauf

Josef Schiffmann wurde am 10.2.1900 in Schärding geboren. Er war Eisenbahner in St. Pölten. Josef Schiffmann war Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und der freien Gewerkschaft.

Mitglied einer kommunistischen Widerstandsorganisation

Josef Schiffmann war Mitglied einer kommunistischen Widerstandsorganisation im Raum St. Pölten.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 11. 10. 1941 wurde Josef Schiffmann verhaftet und am 1. 9. 1942 gemeinsam mit Leopold Leeb und Franz Weinhofer (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 28.10.1942 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Die Angeklagten Leeb, Weinhofer und Schiffmann haben ihre hochverräterische Tätigkeit bis Anfang Oktober 1941, also auch nach Ausbruch des Krieges gegen die Bolschewiken fortgesetzt. Dadurch erfährt ihre Tat ihre besondere Charakterisierung. Sie haben zur gleichen Zeit, in der die Bolschewiken das deutsche Volk von außen bekämpften, dieses von innen bekämpft. Ihr Ziel war dabei das Gleiche wie das der Bolschewiken, nämlich die Herbeiführung der militärischen Niederlage des Reiches und damit der praktischen Vernichtung des deutschen Volkes, um der kommunistischen Revolution auch in Deutschland zum Siege zu verhelfen. Die Angeklagten haben sich als Bundesgenossen der Sowjetunion betätigt, indem sie es unternommen haben, durch kommunistische Zellenbildung und dadurch verursachte Lähmung der Widerstandskraft von Teilen der Bevölkerung dem Feinde Vorschub zu leisten und der Kriegsmacht des Reiches einen Nachteil zuzufügen.“

Mahnmal, Benennung einer Verkehrsfläche nach Josef Schiffmann

Sein Name steht am Mahnmal am Hauptfriedhof St. Pölten; eine Verkehrsfläche in St. Pölten ist nach ihm benannt (Schiffmannstraße).

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

Ursprünglich Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 37-46-61. Am 11. 3. 1966 exhumiert in die Gruppe 40.

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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